Kürzere Tage, tief stehende Sonne und beginnende Heizperioden verändern im Herbst die Bedingungen für Zimmerpflanzen. Ein Standort, der im Sommer ausreichend hell war, kann im Oktober deutlich weniger Licht bieten. Gleichzeitig trocknet warme Raumluft Blätter und Substrat anders aus. Jetzt lohnt es sich, Gießen, Standort und Kontrolle neu an die tatsächlichen Bedingungen anzupassen.
Mehr Licht statt mehr Wasser
Viele Zimmerpflanzen wachsen bei weniger Licht langsamer und benötigen dadurch weniger Wasser. Wer den sommerlichen Gießrhythmus unverändert beibehält, riskiert dauerhaft nasse Erde. Deshalb nicht nach Wochentag gießen, sondern den Feuchtigkeitszustand prüfen. Die Fingerprobe funktioniert bei kleineren Töpfen; bei großen Gefäßen hilft zusätzlich das Gewicht des Topfes oder ein geeigneter Feuchtigkeitsmesser.
Pflanzen können näher ans Fenster rücken, sofern dort Temperatur und direkte Sonne zur Art passen. Verschmutzte Fensterscheiben und staubige Blätter nehmen zusätzlich Licht. Große Blätter vorsichtig mit einem weichen, feuchten Tuch reinigen; Blattglanzmittel sind dafür nicht nötig.
Abstand zur Heizung halten
Direkt über oder neben einem Heizkörper entstehen warme, trockene Luftströme. Empfindliche Pflanzen reagieren darauf mit braunen Blatträndern, eingerollten Blättern oder erhöhtem Schädlingsdruck. Wenn möglich, wird der Standort so gewählt, dass die Pflanze hell steht, aber nicht unmittelbar von Heizluft getroffen wird.
Eine Schale mit Wasser erhöht die Luftfeuchte im ganzen Raum meist nur begrenzt. Wirksamer sind passende Raumluftbedingungen, Pflanzengruppen und – falls erforderlich – ein Luftbefeuchter, der hygienisch betrieben wird. Das Besprühen ist nicht für jede Pflanzenart sinnvoll und ersetzt keine passende Luftfeuchte.
Schädlinge früh entdecken
Trockene Heizungsluft begünstigt besonders Spinnmilben. Auch Schild-, Woll- und Blattläuse können sich an Zimmerpflanzen ausbreiten. Einmal pro Woche Blattunterseiten, Blattachseln und junge Triebe ansehen. Feine Gespinste, klebrige Beläge oder helle Sprenkel sind Warnzeichen.
Betroffene Pflanzen werden zunächst von den übrigen getrennt. Die weitere Behandlung richtet sich nach Schädling und Pflanzenart. Vor dem Einsatz eines Mittels Anwendungshinweise, Zulassung und Dosierung genau beachten.
Düngen und Umtopfen mit Augenmaß
Bei deutlich geringerem Wachstum wird die Düngung vieler Zimmerpflanzen reduziert oder pausiert. Pauschal gilt das jedoch nicht: Pflanzen unter Zusatzlicht oder Arten mit einer anderen Wachstumsphase können abweichende Bedürfnisse haben. Maßgeblich sind Pflegehinweise und sichtbares Wachstum.
Ein routinemäßiges Umtopfen ist im Herbst meist nicht nötig. Bei Staunässe, Wurzelschäden oder stark durchwurzeltem Topf kann es dennoch sinnvoll sein. Dann ein passendes Substrat und ein Gefäß mit Wasserabzug wählen.